001

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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 

1.

schluß punkt

nur noch
dieser
gedankenstrich
die verlängerung
die auslaufende
linie
am horizont
ziehende vögel

das meer

klagt nicht
wenn es aufschlägt
wasser
sand greift
den bogen spannt
noch einmal
immer wieder
trifft reim
auf stein die
ausgewaschene
küste neigt
das haupt
stützt es
auf entwurzelte
hände
man kennt
die geste

heute nacht

ging es vor anker
anders als erwartet
schäbig und leck
geschlagen und ich
auf der pier
aufgetakelt
setz die
einstudierten
schritte
ein bißchen
scheu ein bißchen
anbiedernd
den seesack
geschultert
das bündel seele
zuviel gepäck

zimmer frei

geschlossene läden
im marmeladenglas
blüht der schimmel
die unvergängliche
schluckt staub
das notlicht brennt
ganz ohne not
der letzte gast
nagt sich
durchs laminat

klosterinsel

jetzt klappen wir
die gehwege hoch
die zugbrücke
wandeln schon am tage
in weißen
nachtgewändern
begegnen uns in
gerahmten spiegeln
so vielfach
sind wir
winterpaare
akteure
tänzer
ums licht
florfliegen
mit grünen flügeln

hafen

hier wartet
seit jahrhunderten
die sehnsucht
mit gespreizten
beinen
geht seemännisch
vor anker
penelope
fett geworden
vom langen warten
steuert
das gemietete auto
landeinwärts
im rücksitz
hüpfen
zugvögel
und hacken
an die wasser
beschlagene
scheibe

saisonende

wir schlüpfen
in unsere älteste haut
werfen scheite ins feuer
die liebe legt sich
ins laub
zu den stachligen
speckt ab
schläft sich gesund
gevatter ist müde
vom zocken
wärmt seinen
pferdefuß
an unserm kamin
wünscht noch
gekühltes bier
und säuft und
säuft
als wär er
ein faß
ohne boden