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Frank Baumann

König Alphons

und Kurt, das Kamel

WÖRTERSEH

Im grossen Festsaal ihres prächtigen Eigentumsschlosses sitzen König Alphons Wundergut und seine bezaubernde Gattin, Königin Ornella Wundergut, und geniessen das wundergute Königsleben.

Es ist exakt 12 Uhr, draussen pfeift der Wind wie Anton, und drinnen warten die beiden schon seit geschlagenen 9,58 Sekunden darauf, dass ihnen Herr Paul, der Diener, das Mittagessen serviert. Die Warterei nervt natürlich gewaltig – in 9,58 Sekunden legen andere 100 Meter zurück!

Die Königin trägt ein unglaublich schönes wallendes Kleid aus purpurroter Seide und König Alphons einen sehr wertvollen dunkelblauen, um genau zu sein, einen königsblauen Rollkragenpullover aus nepalesischer Paschmina-Wolle, der so kuschelig weich ist wie der buschige Schwanz eines marokkanischen Eichhörnchens.

Der purpurrote Königsumhang mit weissem Hermelinkragen hängt draussen in der Garderobe, denn das Schloss ist gut geheizt.

Alphons balanciert eine viel zu grosse, mit allerlei Diamanten und Rubinen und Smaragden und diversem Drum und Dran verzierte Krone – die ihn nur deshalb nicht verschluckt, weil sie auf seiner knubbeligen Nase und den abstehenden Ohren aufliegt.

In Ornellas ebenholzfarbenem Haar steckt ein zierliches Arbeitskrönchen aus dem Hause Bucherer.

König Alphons ist, das muss man wissen, waaaahnsinnig beliebt. Und zwar ganz einfach deshalb, weil er halt enorm freundlich und lustig ist und sauschlau und gemütlich. Man muss ihn einfach gernhaben.

Jeweils zum Ende des Monats bringen ihm seine Untertanen ihre vollen Sparschweinchen ins Schloss, damit ihr Erspartes in der königlichen Schatzkammer Zinsen trage und sich vermehre – gerade so wie früher auf einer Schweizer Bank.

Das schöne Geld braucht unser Alphons dann allerdings sehr fleissig, damit er sich seinen königlichen Lebenswandel leisten und seine »Furzideen«, wie Ornella jeweils zu sagen pflegt, Wirklichkeit werden lassen kann.