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Filmjahr 2011

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LE HAVRE (Pandora)

Filmjahr 2011

Lexikon des Internationalen Films

Das komplette Angebot in Kino, Fernsehen
und auf DVD/Blu-ray

Redaktion
Horst Peter Koll und Hans Messias

Mitarbeit DVD/Blu-ray
Jörg Gerle

Herausgegeben von der Zeitschrift FILM-DIENST
und der Katholischen Filmkommission für Deutschland

Mit einem Kino-Brevier des Verbands der deutschen Filmkritik e.V.

(VdFk)

und einem Brevier zum Kinderfilm in Deutschland

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar.

Lexikon des Internationalen Films
Begründet von Klaus Brüne (1920–2003)

Das Magazin FILM-DIENST erscheint alle 14 Tage. Kostenloses Probeheft unter: film-dienst-Leserservice, Heinrich-Brüning-Str. 9, 53113 Bonn. Im Internet:

Bildnachweis: wenn nicht anders angegeben: Archiv FILM-DIENST

Diesem Buch liegt eine Karte für Ihren persönlichen Zugang zur Internet-Datenbank der Zeitschrift FILM-DIENST bei. Sollte diese Karte verloren gegangen sein, melden Sie sich bitte bei Olga Bowdurez, .

Originalausgabe
1.–5. Tsd.
Schüren Verlag GmbH
Universitätsstraße 55 · D-35037 Marburg

© Schüren Verlag 2012
Alle Rechte vorbehalten
Gestaltung: Erik Schüßler
Korrektorat: Thomas Schweer
Umschlaggestaltung: Wolfgang Diemer, Köln
Piktogramme: Wolfgang Diemer
Umschlagfoto vorne: PINA (NFP 7 Warner Bros.),
Umschlagfoto hinten: TRUE GRIT (Paramount),
Foto Buchrücken: DIE HAUT, IN DER ICH WOHNE (Tobis Film)
Datenbankkonzeption: TriniDat Software-Entwicklung
Druck: CPI – Clausen & Bosse. Leck
Printed in Germany
ISSN 2191-317X
ISBN 978-3-89472-750-5
Auch als ePub: 978-89472-797-0

Inhalt


Katrin Hoffmann


Margret Albers


Klaus-Dieter Felsmann


Christian Exner


Reinhold T. Schöffel


Holger Twele


von Frédéric Jaeger, Hans-Georg Rodek


Von Rüdiger Suchsland


zusammengestellt von Wilfried Reichart


von David Hudson

Die Anschriften aus Film und Fernsehen können im Internet u. a. auf der Seite recherchiert werden.

Vorwort
«Filmjahr 2011»

Das Kino befindet sich in einer Umbruchsituation. Digitalisierung lautet das Schlagwort. Aus Filmen werden Datenpakete. Wenn der digitale Projektor im Vorführraum endgültig die knatternde 35mm-Maschine ersetzt hat, dann wird man den Kindern in Zukunft erklären müssen, wie das alles einmal war, als die Bilder noch auf Zelluloidstreifen festgehalten wurden. Im Bereich der Produktion und Postproduktion ist die Digitalisierung schon seit Ende der 1990er-Jahre an der Tagesordnung. Dabei zeigten sich zwei gegenläufige Tendenzen: Die Möglichkeiten der digitalen Technik erlaubten sowohl eine Steigerung des Aufwands bei der Produktion als auch eine Reduzierung auf die einfachsten Möglichkeiten des Films. Kein Blockbuster erscheint seitdem, der nicht mit aufwändigen Spezialeffekten digital nachbearbeitet worden wäre. Aber mit einfachen Digitalkameras wurden auch Spiel- und Dokumentarfilme (Dogma-Filme, THE BLAIR WITCH PROJECT, BUENA VISTA SOCIAL CLUB) realisiert, die durch einen bewussten Verzicht auf ein Zuviel an Technik auf die Ursprünge des Kinos zurückverwiesen.

Blockbuster reizen derzeit weiterhin die technischen Möglichkeiten digitaler Technik aus, 3D-Filme sorgen für Zuwächse beim Umsatz. In Deutschland haben 3D-Filme inzwischen nach Angaben der Filmförderungsanstalt einen Marktanteil von 22,8 Prozent erreicht. Das furiose Finale der Harry-Potter-Saga, HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES in zwei Teilen, steht symptomatisch für den Trend, mit Hilfe der Technik fantastische Welten zu erzeugen, die den Zuschauer förmlich ins Geschehen hinein ziehen. Aber das bedeutet nicht, dass sich das Kino mit den technischen Möglichkeiten immer mehr auf das Fantastische verlegt. Wim Wenders hat die 3D-Technik in PINA, seiner grandiosen Hommage an die Choreografin Pina Bausch, eindrucksvoll genutzt, um die analoge Kunst des Tanztheaters im Kino neu erlebbar zu machen. Terrence Malick versuchte in THE TREE OF LIFE, dem Gewinner der «Goldenen Palme» in Cannes 2011, nicht weniger als die gesamte Geschichte der Schöpfung in Bildern einzufangen. Und dann bezauberte ein Film die Zuschauer in Cannes, THE ARTIST, der als Stummfilm und in Schwarz-Weiß die gute alte und große Zeit des Kinos zu Beginn der Tonfilm-Ära aufleben lässt und erinnert darin, dass Emotionen die beste «Technik» des Kinos sind. (THE ARTIST kam im Januar 2012 in die deutschen Kinos.)

Das Kino bleibt also spannend und vielfältig. Die ganze Breite des Angebots findet sich wie gewohnt in der vorliegenden Bilanz des Filmjahrs 2011. Neben den Lexikoneinträgen zu jedem Film, der in Deutschland im Kino, im Fernsehen und auf DVD/Blu-Ray veröffentlicht wurde, gibt es Informationen über die Preise bei internationalen Filmfestivals, über herausragende Filme, die Jahreschronik, Beiträge des Verbands der deutschen Filmkritik und – erstmals – einen Themenschwerpunkt «Kinderfilm». Dieser soll einerseits für die schwierige Situation des guten Kinderfilms sensibilisieren, andererseits die Orientierung innerhalb des Jahresangebots erleichtern, dies mit Hilfe von Empfehlungen des Kinder- und Jugendfilmzentrums für Deutschland. Das Jahrbuch will also nicht nur ein Erinnerungsalbum sein, in dem man blättert, um sich an das zu erinnern, was man gesehen hat, sondern es will auch dazu anregen, sich intensiver mit Filmen auseinanderzusetzen, die man im Kino verpasst hat oder unbedingt mehrfach sehen muss.

Für die Mühe beim Erfassen und Überprüfen der Daten des Kinojahrs 2011 danken die Herausgeber den beteiligten Redakteuren und Mitarbeitern, Horst Peter Koll, Hans Messias sowie Jörg Gerle. Ein besonderer Dank gilt wie immer auch den FILM-DIENST-Kritikern, auf deren Rezensionen sich die Lexikoneinträge stützen, sowie dem Schüren-Verlag für das publizistische Engagement.

Dr. Peter Hasenberg
Katholische Filmkommission für Deutschland

Im Jahr der dritten Dimension
Das Kinojahr 2011 in einer Art von Jahreschronik

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Unterm Strich bot 2011 einen vitalen, bemerkenswert abwechslungs- und ereignisreichen Kinojahrgang. Wobei, zugegeben, für die Mehrheit der deutschen Kinogänger der Höhepunkt dieses Kinojahrs bereits mit dem «Harry Potter»-Finale erreicht war – selbstredend nun auch in 3D, und das als durchaus überzeugendster Versuch, die dritte Dimension in einen «Real»-Film zu übersetzen, überzeugend vor allem, weil hier die Künstlichkeit des Kino-3D zum «natürlichen» Stilelement des Fantastischen wird.

Das Motto des Films «Es endet alles» ist aber auch jenseits von «Harry Potter» eine motivische Konstante des Filmjahrs 2011: Katastrophen, GAUs und die Konfrontation mit den «letzten Dingen» tauchen immer wieder auf. Bereits beim Festival in Cannes stößt Terrence Malicks THE TREE OF LIFE (Start: 16.6.) auf Lars von Triers MELANCHOLIA (Start: 6.10.) – beides «kosmische», eschatologische Entwürfe über die «conditio humana» in einem ebenso grandiosen wie gleichgültigen Weltall, wobei THE TREE OF LIFE mit dem leidenden Individuum sympathisiert und letztlich die tröstliche Vision eines Aufgehoben-Seins im «großen Ganzen» entwirft, während von Trier gerade in der Aussicht auf die totale Auslöschung sein Heil findet. Um eine Reaktion im Angesicht einer verheerenden Krise, aber auch um die «moralische Konstitution» der Gesellschaft, die sie herauf beschworen hat, geht es auch in DER GROSSE CRASH – MARGIN CALL (Start: 29.9.), konkret: um den Börsencrash 2008. Und vielleicht könnte man auch Christoph Hochhäuslers UNTER DIR DIE STADT (Start: 31.3.) in diesem Kontext als «Katastrophenfilm» betrachten. Zwar dient in dem Liebesdrama aus der Frankfurter Hochfinanz der Bankencrash nur als Hintergrundfolie, doch das Psychogramm einer Machtelite, die mit virtualisierten Werten in schwindelerregenden Dimensionen jongliert – und dazu gehört hier nicht nur das Geld, sondern auch die eigene «konstruierte» Identität –, skizziert den Drahtseilakt, der den Absturz impliziert. UNTER DIR DIE STADT wird neben Andreas Dresens HALT AUF FEIER STRECKE (Start: 17.11.) zum herausragenden Beitrag des künstlerisch in 2011 nicht gerade glänzenden deutschen Films.

Wie sieht es angesichts solcher Krisenszenarien mit der vielbeschworenen Kinokrise aus? Zumindest mit Blick auf die Besucherzahlen gibt es keinen Anlass für Untergangsfantasien: Gegenüber dem mauen Vorjahr lässt die Auslöschung des Kinos zugunsten des Internets und des Heimkinos wohl noch auf sich warten. Vielleicht auch deshalb, weil großangelegte, bildgewaltige Untergangsfantasien wie MELANCHOLIA immer noch auf der großen Leinwand die größte Wucht entfalten. Dabei ist es kurios: Immer noch wird landauf landab von den «besten Filmen 2011» geredet, auch wenn damit «nur» die wirtschaftlich erfolgreichsten Kinofilme gemeint sind. Wobei keiner der in Deutschland an der Kinokasse erfolgreichen Filme gegen den Spitzenreiter der französischen Besuchercharts ankommt: Die Komödie ZIEMLICH BESTE FREUNDE findet in Frankreich mehr als 16 Mio. Zuschauer, während der «beste» deutsche Kinospielfilm KOKOWÄÄH (Start: 3.2.) heißt und etwa 4,3 Mio. Zuschauer anzieht. Damit rangiert Til Schweigers harmlos-heitere Komödie in den deutschen Kinocharts hinter HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES – TEIL 2 (6,5 Mio. Besucher) und PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN (4,4 Mio.) auf Platz 3. Wenn man sich vor Augen führt, dass ein beliebiger TATORT-Krimi allein an einem Sonntagabend locker die Vier-Millionen-Grenze überspringt, dann ahnt man, welch hartes Brot inzwischen eine Kinofilmproduktion darstellt. Immerhin gibt es bei den Besucherzahlen 2011 ein kleines Plus im Vergleich zum Vorjahr (1,6 Prozent auf 120.846.951 Besucher), während der Gesamtumsatz um 3,8 Prozent (913.590.032 Euro) steigt, was wohl primär aus den Zuschlägen bei den immer zahlreicheren 3D-Vorstellungen resultiert. Bei deutschen Filmen (bzw. Filmen mit deutscher Beteiligung) stieg die Besucherzahl auf 24 Mio. (2010: 18,4 Mio.), der Umsatz auf 168 Mio. Euro (2010: 119,7 Mio. Euro). Damit erreichten deutsche (Co-)Produktionen einen Marktanteil von 20 Prozent, bezogen auf die Besucherzahlen.

Allen Unkenrufen zum Trotz etabliert sich 3D immer mehr im Kinoalltag als festes (Markt-)Segment – zumindest des Blockbuster- und Eventkinos. Auch aus den Blu-ray-Regalen ist das Dreidimensionale inzwischen nicht mehr wegzudenken, selbst wenn es (noch) sehr deutlich an substanzieller Ware mangelt und die Inhalte noch auf sich warten lassen. Längst richtet sich auch der Fernsehmarkt auf 3D-TV ein, und der Trend schreitet offenbar schneller voran als bisher erwartet. Das Kino als 3D-Trendsetter bietet 2011 eher Mediokres, vor allem solide Animationsfilme, die nahezu alle nicht auf die neue Plastizität verzichten wollen. Die 3D-Kinofilm-Palette reicht von THE GREEN HORNET über RIO, SANCTUM, THOR, PIRATES OF THE CARIBBEAN: FREMDE GEZEITEN bis zu DIE DREI MUSKETIERE, CONAN THE BARBARIAN, DIE ABENTEUER VON TIM UND STRUPPI – DAS GEHEIMNIS DER EINHORN, HAPPY FEET 2 und DER GESTIEFELTE KATER.

Januar

Seit dem 1. Januar stehen im Verleih von defa-spectrum die letzten Spielfilme, die zwischen 1990 und 1993 unter dem Namen DEFA in Babelsberg gedreht wurden, zur Verfügung. Es handelt es sich um Produktionen, die das Studio nach der Umwandlung vom Volkseigenen Betrieb in eine GmbH herstellte: filmische «Überläufer» von der Plan- in die Marktwirtschaft. Darunter Filme von Egon Günther (STEIN), Frank Beyer (VERDACHT), Heiner Carow (VERFEHLUNG) und Horst Seemann (ZWISCHEN PANKOW UND ZEHLENDORF). Ulrich Weiß, der acht Jahre lang nicht drehen durfte, inszenierte als seinen letzten großen Spielfilm MIRACULI, Herwig Kipping debütierte mit DAS LAND HINTER DEM REGENBOGEN. «Alle diese Produktionen setzten sich, mit nie gekannter geistiger Freiheit und hohem künstlerischen Anspruch, kritisch mit der DDR-Vergangenheit auseinander. Im Kino gingen die Filme dann aber unter, weil sich der Osten nicht mehr und der Westen noch nicht für diese Thematik interessierte.» (Ralf Schenk in FILM-DIENST 2/11)

Noch sind Nischen im sich nun von Woche zu Woche praller füllenden Kinostartplan, und die nutzt der ambitionierte deutsche (Autoren-)Film zu einigen interessanten «Duftmarken»: Allein im Januar starten der sehenswerte Fußball-Dokumentarfilm DAS LEBEN IST KEIN HEIMSPIEL (6.1.) von Frank Marten Pfeiffer und Rouven Rech, EINE FLEXIBLE FRAU (6.1.) von Tatjana Turanskyi, SATTE FARBEN VOR SCHWARZ (13.1.) mit Senta Berger und Bruno Ganz, Rudolf Thomes frech-lustvolles Komödienspiel DAS ROTE ZIMMER (13.1.), die Dokumentation KENT NAGANO – MONTREAL SYMPHONY (13.1.), BALLADA von Andreas Maus, das beklemmend dichte Drama GLÜCKLICHE FÜGUNG von Isabelle Stever (20.1.), IM ALTER VON ELLEN (20.1.), eine irritierende Exkursion an die Ränder bürgerlicher Lebenswelten und Sehnsüchte von Pia Marais, sowie das historische Liebesdrama BERGBLUT von Philipp J. Pamer (27.1.) Die Zahl der 2011 im Kino erstaufgeführten Spielfilme steigt gegenüber 2010 um drei Prozent an. Die SPIO formuliert trocken: «Insbesondere die Anzahl der majoritär deutschen Koproduktionen hat deutlich zugelegt (+26%). Die Anzahl der erstaufgeführten Dokumentarfilme ist gegenüber 2010 von 74 Filmen um 8 Filme auf 82 Filme angestiegen. Der ‹Boom› in diesem Bereich setzt sich ungebremst fort. Der Anteil der Koproduktionen an den Spielfilmen ist mit 49% gegenüber 2010 nahezu gleich geblieben. Bevorzugte Kooperationsländer waren Frankreich (21 Filme), Großbritannien (8 Filme) und Österreich (7 Filme). 120 deutsche Produktionsfirmen waren an den deutschen Erstaufführungen beteiligt.»

Im Alter von 72 Jahren stirbt am 14.1. die britische Schauspielerin Susannah York, von der Alec Guinness sagte, sie sei «the best thing in films since Audrey Hepburn». Den Durchbruch schaffte sie mit Tony Richardsons TOM JONES – ZWISCHEN BETT UND GALGEN (1963), in dem sie mit kapriziöser Tugendhaftigkeit die wahre Liebe des Titelhelden spielt. In Fred Zinnemanns EIN MANN ZU JEDER JAHRESZEIT (1966) brillierte sie ebenso wie in Robert Aldrichs DAS DOPPELLEBEN DER SISTER GEORGE (1969). Unvergessen ihr physisch zermürbender Auftritt in Sidney Pollacks NUR PFERDEN GIBT MAN DEN GNADENSCHUSS (1970) als Marathon-Tänzerin. Ihr größter schauspielerischer Erfolg wurde SPIEGELBILDER (1972) von Robert Altman.

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Februar

Der Skandalfilm des Jahres 1974 machte sie auf einen Schlag berühmt: DER LETZTE TANGO IN PARIS, ein «Kunstfilm» in Pornografie-Verdacht. Heute wirken die Sexszenen zwischen Marlon Brando und Maria Schneider fast harmlos, dennoch bleibt der Film eine beklemmende Studie über Einsamkeit und Verzweiflung. Maria Schneider war noch keine 20, als ihr Bernardo Bertolucci die Hauptrolle übertrug. Man kann mutmaßen, dass diese exzessive Sinnsuche auch im wirklichen Leben die Schauspielerin umtrieb: Alkohol und Drogen spielten eine große Rolle, Entziehungskuren und Aufenthalte in Nervenheilanstalten waren die Folgen. Weitere große Filmerfolge blieben ihr versagt. Sie spielte die geheimnisvolle Terroristin in Michelangelo Antonionis BERUF: REPORTER (1974), eine der Teilnehmerinnen des Liebeskarussells in Otto Schenks REIGEN (1973), die bisexuelle Gehbehinderte in Daniel Schmids VIOLANTA (1977). Rollenangebote in CALIGULA (1979) und Bertoluccis 1900 (1976) lehnte sie ab. Maria Schneider stirbt 58-jährig am 3.2. in Paris.

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Am Ende stehen Erfolgszahlen: Die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin (10.–20.2.) können auf etwa 300.000 verkaufte Eintrittskarten ver- und somit beweisen, «dass das Publikum nach wie vor mit Interesse und Begeisterung elf Tage lang in den Festivalkinos auf filmische Entdeckungsreise geht». Hinzu kommen 20.000 Akkreditierte aus 116 Ländern, darunter etwa 3.900 Pressevertreter; auch der European Film Market wächst erneut und registriert gute Geschäfte. Somit ist das Festival sowohl spektakuläres Publikumsfestival als auch gelungene Filmmesse. Was freilich nicht die ganze Wahrheit des Phänomens «Berlinale» ist. Bot der kontrovers diskutierte Wettbewerb tatsächlich die bestmögliche Zusammenstellung? War der Reigen aus 16 Filmen konkurrenzfähig gegenüber Cannes und Venedig? Welche Rolle spielt Hollywood überhaupt noch in Berlin? Nicht zuletzt die Häufung mitunter allzu «anstrengender» Erzählformen lässt in diesem Jahr manchen erschöpften Beobachter über seine eigene Wettbewerbsauswahl fabulieren, vor allem auch, weil herausragende(re) Filme in anderen Festival-Sektionen zu entdecken sind. Ohnehin sind 16 von 385 Filmen nur die Spitze eines Festival-Bergs, und außerdem sind es ja nicht die Filme allein, die das Phänomen «Berlinale» ausmachen. Da geht es um Glanz & Glamour, den betörenden Charme der Jury-Präsidentin Isabella Rossellini, die politischen Statements angesichts des Schicksals von Jafar Panahi, aber auch um Gerüchte, Gerüchte, Gerüchte, die diesmal sogar wissen wollen, dass Dieter Kosslick zum letzten Mal das Festival leitet (was umgehend dementiert wird). Es gibt zudem eine überragende Retrospektive zu Ingmar Bergman; für die Kinder- und Jugendfilme der Sektion «Generation» mit dem Haus der Kulturen der Welt einen neuen Festivalort (mit Besucherrekorden), ebenso fürs Panorama-Special-Programm, das in den Friedrichstadtpalast und ins Kino International umsiedelt, weil der angestammte Zoo-Palast wegen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen geschlossen bleibt. Als höchst lebendig und inspirierend erweist sich einmal mehr der «Talent Campus» für junge Filmschaffende aus aller Welt. Wenn man jetzt noch hinzu addiert, dass die «Berlinale» zu Berliner «Kiez»-Kinos aufbricht, dann lässt sich die Bedeutung des Festivals für die gesamte Kino-Stadt Berlin, aber auch für die überregionale Kinokultur und -struktur überhaupt erst erahnen: Die «Berlinale» setzt deutliche Zeichen und schafft wie kein zweites Event höchste Wahrnehmung für das, was Kino immer noch leisten kann: intensive Begegnungen zwischen Menschen, Künsten und Kulturen.

Katharina Thalbach wird am 13.2. mit dem «Progress-Paula-Preis» geehrt, eine zum zweiten Mal verliehene Auszeichnung für Filmschaffende, die ihre Karriere bei der DEFA begonnen und sich heute um den gesamtdeutschen Film verdient gemacht haben. Die «Paula» steht als Preis sowohl für die Bedeutung des deutschen Filmerbes als auch zukunftsweisend für die Stärkung des deutschen Filmschaffens.

Am Anfang ist die Bühne des Wuppertaler Tanztheaters leer. Diesen oft so magischen Raum aus der Erinnerung heraus mit neuem Leben, mit Atmosphäre und Emotionen zu füllen, das mag Wim Wenders nach dem Tod von Pina Bausch im Sommer 2009 schwer gefallen sein. Über viele Jahre hinweg plante er eine filmische Annäherung an die berühmte Choreografin und Ballettdirektorin, suchte nach einer adäquaten filmspezifischen Herangehensweise (auch nach einer angemessen Technik), doch dann stand er angesichts des unerwarteten Tods der knapp 69-jährigen Ausnahmekünstlerin mit leeren Händen da. Dennoch blieb wohl so etwas wie eine Verpflichtung, und es waren am Ende Pina Bauschs Tänzerinnen und Tänzer, die Wenders überzeugten, dass man den Film «jetzt erst recht» machen müsse – zumal, so Wenders, Pina Bauschs Blick noch auf allem lag. So füllt sich nun, zunächst zögerlich und behutsam, mit vielen «sanften» Überblendungen, der Bühnenraum mit Leben, mit Kulissen, mit Licht, Musik und Bewegungen. Es ist wie das Hinabtauchen in einen Traum – oder vielleicht auch das genaue Gegenteil: das Erwachen aus einem Traum, wenn man sich vergewissert, dass nach einem tiefen Schlaf immer noch etwas da ist, das nachwirkt und bleibt. PINA – TANZT, TANZT, SONST SIND WIR VERLOREN (Start: 24.2.) als «Dokumentarfilm» im herkömmlichen Sinn zu kategorisieren, fällt schwer. Viel zu persönlich, viel zu poetisch und betont «unaufklärerisch» nähert er sich der Künstlerin, ihrem Ensemble und ihrem choreografischen Werk, setzt primär auf die reine Wirkkraft dieser ganz besonderen, «magischen» Tanzform als schillerndem, ebenso schönen wie beunruhigenden Spiegel eines individuellen Daseins- und Kunstverständnisses, bei dem sich die Trennung von Bühne und Leben aufhebt und sich subtil beobachtete Psychogramme heutiger Menschen abzeichnen. Pina Bauschs tänzerische Kunst benötigt logischerweise den dreidimensionalen (Bühnen-)Raum, sodass Wenders’ Hinwendung zum 3D-Film nachvollziehbar und konsequent ist. Die Wirkung ist verblüffend, vor allem dann, wenn 3D nicht «realistisch» erscheint, sondern eine eigenartige stilisierte Faszination ausübt. Tatsächlich gelingt es Wenders, der Kunst Pina Bauschs ein eigenes «filmisches Bühnenbild» entgegenzustellen, wenn er sinnlich, poetisch, im guten Sinn auch spektakulär innere Zustände nach außen bringt und einen eigenen emotionalen Film-Raum schafft, in dem sich die getanzte psychologische Handlung entfaltet.

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In Hollywood spitzt sich der Konflikt zwischen dem herkömmlichen Kinogeschäft des Studios und alternativen Verwertungsformen zu, die den veränderten Sehgewohnheiten der Zuschauer Rechnung tagen. Das Geschäft mit den Streaming-Zugängen via Internet boomt, die US-Firma Netflix, sieht frohgemut in die Zukunft. Nun droht den Studios neues Ungemach in Form von HDTV-Geräten, die eine direkte Verbindung zwischen Fernsehen und Internet liefern. Noch machen die Hollywood-Studios gute Miene zu diesem Spiel und schließen sich in Interessenverbänden zusammen, die Verwertungsrechte und illegale Nutzung im Auge behalten sollen; und noch ist der Platz der Kinos gesichert, doch die nachgeordneten Medien rücken den einstigen Monopolisten immer näher.

Am 28.2. stirbt Jane Russell, die mit dem wenig schmeichelhaften Etikett «Busen-Wunder» Hollywoods von der Werbung der 1940er- und 1950er-Jahre effektiv eingesetzt wurde. Sie war eine Entdeckung von Howard Hughes (GEÄCHTET, 1941), der ihre Reize für seine Werbezwecke zu nutzen wusste; stets aber suchte sie Rollen mit durchaus emanzipatorischem Anspruch, spielte im Western DIE SCHÖNSTE VON MONTANA (1952) eine herbe Revolverheldin und lehrte in der parodistischen Posse SEIN ENGEL MIT DEN ZWEI PISTOLEN (1948) Ganoven und Indianer das Fürchten. In BLONDINEN BEVORZUGT (1953) gelang ihr ein schillerndes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Marilyn Monroe, wobei lustvoll das Image der knallharten Verführerin parodierte.

März

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Eine umfangreiche Ausstellung im Museum für Film und Fernsehen in Berlin präsentiert Ingmar Bergman, setzt thematische Schwerpunkte, die auch die Biografie des schwedischen Regisseurs einbeziehen und sich seinen inneren Triebfedern annähern. Zahllose Exponate, in Schaukästen ausgestellte Drehbücher, eilig hingeworfene Notizen, Szenenentwürfe, nähern sich der Arbeit und der Arbeitsweise Bergmans; im Mittelpunkt stehen freilich Filmausschnitte, die einen sinnlichen Eindruck seines Schaffens vermitteln.

Am 3.3. feiert Jutta Hoffmann ihren 70. Geburtstag, eine der prägenden Darstellerinnen des DEFA, die ausgerechnet im Verbotsfilm KARLA (1966), der Geschichte einer jungen Lehrerin, die gegen Heuchelei und Opportunismus aufbegehrt, eine ihrer schönsten und eindrucksvollen Rollen fand. Als der Film 1990 doch noch in die Kinos kam, wurde sie mit der jungen Giulietta Masina verglichen, die ebenfalls mit großen Augen in eine Welt sah, deren Regeln ihr weitgehend verschlossen blieben.

Seinen letzten Dokumentarfilm DIE GROSSE ERBSCHAFT (2011), entstanden in Zusammenarbeit mit Bruder Fosco, stellte Donatello Dubini bei den Filmtagen in Solothurn vor; die Geschichte der ursprünglich Tessiner Familie Dubini in einem eher persönlichen Film, anders als die früheren Arbeiten der Brüder Dubini, die sich mit Film oder Kunst beschäftigten, etwa HEDY LAMARR – SECRETS OF A HOLLYWOOD STAR (2005) oder THOMAS PYNCHON – A JOURNEY INTO THE MIND OF P. (2001), oder aber Personen der Zeitgeschichte zum Thema hatten (KLAUS FUCHS – ATOMSPION, 1989). Donatello Dubini, Gründungsmitglied des Kölner Filmhauses, dem er über 30 Jahre verbunden blieb, stirbt am 26.3. im Alter von 55 Jahren in Köln.

Aus München verlautet, dass Andreas Ströhl, Leiter des Filmfests München, seinen Posten aufgibt und zum Goethe-Institut zurückkehrt, wo er die Leitung der Abteilung Kultur und Information übernimmt. Bei den Gesellschaftern der Münchner Filmwochen bricht Hektik aus; immerhin kommen neun Bewerber um die Nachfolge in die engere Wahl. Gewählt wird überraschend Diana Iljine, die u.a. als Filmeinkäuferin für RTL 2, Telepool und Premiere tätig war. Der 46-Jährigen werden Durchsetzungskraft und Vernetzung in der Branche, auch Kontakte zu wichtigen Produzenten und Verleihern nachgesagt. Bei der offiziellen Vorstellung erklärt sie, Ströhls Arbeit mit eigenen Akzenten weiterführen zu wollen, mit mehr internationalen «Pretiosen» und Premieren, etwas mehr Glamour und Anziehungskraft für junge Zuschauer.

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April

Gottlob trage er nicht die Verantwortung für die Entscheidung, wer am Ende mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet werde. In seiner Rede im Berliner Friedrichstadtpalast zur Eröffnung der Preisgala (am 8.4.) spricht Kulturstaatsminister Bernd Neumann über die deutsche Filmförderung, deren Mittel nicht reduziert werden sollen. Und er lobt das Filmpreis-Verfahren durch die Deutsche Filmakademie: «Es kann keine kompetentere Bewertung eines Filmjahrgangs geben, als durch die Mitglieder der Filmakademie selbst. Die demokratische Entscheidung durch 1.200 Filmfachleute ist unangreifbarer als jede andere Form der Entscheidungsfindung. Deshalb haben alle heutigen ‹Lola›-Gewinner ihren Preis uneingeschränkt verdient.» Demnach müsste in Stein gemeißelt für die Ewigkeit dastehen: VINCENT WILL MEER ist, ausgezeichnet mit dem «Filmpreis in Gold», der beste deutsche Kinofilm des Jahres 2010, vor ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND («Silber») und WER WENN NICHT WIR («Bronze»). Natürlich muss eine solche quasi «amtliche» Feststellung nicht unbedingt sicher oder verbürgt sein: Das unterhaltsame komödiantische Road-Movie-Melodram von Ralf Huettner, geschrieben vom Hauptdarsteller Florian David Fitz, hat seine Meriten, gleichwohl folgt er einem eher brav-konventionellen Komödienschema, weshalb man schon sehr genau auf feine Nuancen achten muss, die vor allem die vorzüglichen Darsteller kreieren – an talentierten, ausdrucksstarken Schauspielerinnen und Schauspielern mangelt es hierzulande ja ohnehin nicht. Doch hätte es im Kinojahr 2010 einen thematisch vergleichbaren, in jeder Hinsicht konsequenter entwickelten deutschen Kinofilm gegeben, der eine Auszeichnung weit mehr verdient gehabt hätte, aber gänzlich unberücksichtigt blieb: RENN, WENN DU KANNST von Dietrich Brüggemann war wohl doch zu «jung» und zu «einfühlsam», um zu den «Besten» zu gehören. Bei den Nominierungen für den besten Film wird die große (audio-)visuelle Kraft und Leidenschaft von Chris Kraus’ POLL ignoriert. Immerhin erlebt der Film einen kleinen Siegeszug mit vier Auszeichnungen in den Einzelkategorien, darunter für Daniela Knapps vorzügliche Kameraarbeit. Nach wie vor weiß die Akademie nichts mit dem so essenziellen Genre Kinderfilm anzufangen: Lieb- und fantasielos anmoderiert im «Kinderquatsch»-Jargon à la Michael Schanze, konkurrieren zwei gänzlich unvergleichbare Werke fürs junge Publikum um den Preis. So tröstlich die Auszeichnung für den Dokumentarfilm CHANDANI UND IHR ELEFANT ist, so ernüchternd die Abwesenheit eines (Trick-)Films wie DAS SANDMÄNNCHEN – ABENTEUER IM TRAUMLAND, der liebevoll und sorgfältig ganz junge Zuschauer zum Fabulieren und Nachsinnen einlädt – auch über die Faszinationskraft «Kino». Gleichwohl bleibt der Deutsche Filmpreis eine wichtige, wenn auch nie ganz überzeugende Angelegenheit, weil ihm der schwierige Spagat zwischen glaubwürdiger Leidenschaft fürs Kino und selbstverliebtem Glamour-Bedürfnis nie so recht gelingen will. So berührend die Standing Ovations für Wolfgang Kohlhaase (Ehrenpreis für hervorragende Verdienste um den deutschen Film) auch sind, so mischt sich doch auch Misstrauen darüber unter, ob diese «Liebe» zu einem herausragenden Filmautor gleich zweier deutscher Staaten tatsächlich verinnerlicht ist. Dabei bleibt Kohlhaases liebenswürdiges Eingeständnis als hoffnungsstiftendes Versprechen: «Ich bin nicht nur erfreut, sondern ermutigt, und das braucht man in jedem Alter.»

Bei der Verleihung des 9. Deutschen Hörfilmpreises wird die Hörfilmfassung der Komödie GANZ NAH BEI DIR von Almut Getto mit dem Preis der Jury und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Unter den zehn Nominierungen setzt sich in der Kategorie Internationale Produktion DIE PÄPSTIN durch; mit einem Sonderpreis der Jury für die besondere Qualität der Filmbeschreibung wird der Kinderfilm LIPPELS TRAUM geehrt. Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme wahrzunehmen. Sie sind mit einer Audiodeskription versehen, die zentrale Elemente der Handlung sowie Gestik, Mimik und Dekors schildert.

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Zwischen zwei Kriegen heißt ein Filmessay von Harun Farocki, der sich auf die deutsche Zwischenkriegszeit und ihre Zerstörungskräfte konzentriert. Der Titel wäre eine gute Überschrift für Farockis unermüdliches Forschen zu diesem Thema und seiner Einsicht, dass ein Krieg den nächsten hervorbringt, dass immer schon der nächste Krieg vorbereitet wird. Welche Bilder es sind, die den Kampfhandlungen vorausgehen, sie begleiten oder am Ende von ihnen übrig bleiben, hat Farocki besonders herausgearbeitet. In einer beeindruckenden Ausstellung auf der Mathildenhöhe in Darmstadt sind alte und neue Arbeiten des Filmemachers auf Bildschirmen und in Installationen zu sehen. Seine Video-Serie SERIOUS GAMES zeigt US-Soldaten bei Computerspielen zur Vorbereitung von Einsätzen. Man wird Zeuge, wie sie mit dieser Software vertraut gemacht werden, die sich, so Farocki in einem separaten Audiokommentar, mehr an Pawlow als an Freud orientiert.

Mai

Es kann um das 64. Festival de Cannes (11.–22.5.) nicht zum Besten bestellt gewesen sein, wenn ein operettenhafter Skandal wie der um Lars von Triers «Nazi»-Entgleisung sich auch im Rückblick an vorderster Stelle behauptet. Von Trier, dreimaliger Gewinner der «Golden Palme», der für seine Provokationen und Selbstdarstellungen bekannt ist, versteigt sich bei der Pressekonferenz für sein Weltuntergangsdrama MELANCHOLIA zu der Äußerung, dass er Hitler zwar keinen guten Kerl nennen würde, er aber dennoch vieles verstehen könne. Stunden später relativiert der dänische Filmemacher dies und entschuldigt sich öffentlich. Er sei weder antisemitisch noch habe er rassistische Vorurteile; aber auch sei er kein Nazi (was er gleichwohl auf der Pressekonferenz zuvor behauptete). Richtig brisant werden Triers konfuse Äußerungen erst durch die harsche Reaktion des Festivals, das den dänischen Provokateur postwendend zur «unerwünschten Person» erklärt und vom Wettbewerb ausschließt. Die mediale Lawine, die der Eklat nach sich zieht, spiegelt das Defizit der diesjährigen «Selection officielle»: Etwas Aufregenderes oder Spektakuläreres als die boulevardeske Verkettung nervöser Selbstrechtfertigung und dem Bedürfnis des Festivals, wenigstens einmal eine Grenze zu ziehen, ist in der Filmauswahl nicht zu finden. Eigentlich kann man den Vorfall auch als Sturm im Wasserglas bezeichnen, denn trotz der ganzen Aufregung und Empörung ändert dies nichts daran, dass MELANCHOLIA im Herbst als «Bester Europäischer Film» ausgezeichnet wird. Ansonsten ist Cannes ein Treffpunkt der üblichen Verdächtigen, sieht man einmal von Terrence Malick ab, der mit seinem metaphysischen Poem THE TREE OF LIFE verstört, oder von Michel Hazanavicius’ THE ARTIST, einen lupenreinen Stummfilm (mit Geräuschen und Musik) als Hommage an den amerikanischen Stummfilm. Der Film wird lange als Favorit für die «Goldene Palme» gehandelt, was angesichts des noch immer grassierenden 3D-Hypes wie die Faust aufs Auge gewirkt hätte. Doch der Jury unter Vorsitz von Robert De Niro ist nicht nach radikalen Entscheidungen zumute, weshalb die ganze Bandbreite eines Wettbewerbs bedacht wird.

Das Filmmuseum München ehrt den bengalischen Regisseur Satyajit Ray mit einer umfangreichen Werkschau und ruft das Schaffen eines Filmkünstlers in Erinnerung, dessen Filme zwar zum festen Kanon der Filmgeschichte gehören, mangels Abspielmöglichkeiten jedoch in Vergessenheit zu geraten drohen. Nun bietet sich die Möglichkeit, Rays Werke zu bewundern und zu analysieren, wobei der Blick für die kurzen Glücksmomente in seinen Filmen geschärft werden soll, die im Umkehrschluss für die Vergänglichkeit sensibilisieren. Die Retrospektive startet mit der weltberühmten APU-Trilogie. Satyajit Ray starb 1992 mit 70 Jahren; im selben Jahr wurde er mit dem «Ehren-Oscar» ausgezeichnet.

Der Filmkritiker Michael Althen, geb. am 14.10.1962, erliegt am 12.5. in Berlin seinem Krebsleiden. Er erwarb sich einen herausragenden Ruf durch seine Begeisterungsfähigkeit und Entdeckerfreude, schrieb seit 1984 als Filmkritiker für die Süddeutsche Zeitung, gehörte zum «neuen» Feuilleton der SZ, zur Gruppe jener Autoren, die experimentellere Schreibweisen und ungewohnte Themen ausprobierten. 1998 übernahm Althen die Filmredaktion der Süddeutschen; seit 2001 arbeitete er als Filmredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Althen schrieb Bücher, dreht Filme, u.a. mit Dominik Graf DAS WISPERN IM BERG DER DINGE – DER SCHAUSPIELER ROBERT GRAF. Als Redakteur ermutigte er junge Kollegen, ihre eigene Haltung zu bewahren, und nicht nur analytisch zu Werke zu gehen, sondern auch auf die Gefühle zu hören.

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Unter dem Arbeitstitel «Dokumentarfilm des Zukunft – Zukunft des Dokumentarfilms» treffen sich die Teilnehmer der «Dokville 2011», des jährlichen Treffens der Dokumentarfilmbranche in Ludwigsburg (26./27. 5.). Wilhelm Reschl, Geschäftsführer im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart, beklagt in einer vorab verschickten Mail u.a. die Mitschuld der Filmemacher am Nischendasein, das der lange Dokumentarfilm in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern fristet. Er macht «einen zunehmenden Hang zu exotischen Themen» geltend. In den erregten Reaktionen auf die Mail wird auch auf Georg Diez’ Ruf nach einer Fernseh-Revolution verwiesen und angemerkt, dass ein Filmemacher den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wohl kaum verändern könne. Andres Veiel stellt fest, dass man Lobbyarbeit betreiben müsse, da bei den Sendern genug Mittel vorhanden seien – sie müssten nur umverteilt werden. Symptomatisch für «Dokville 2011» ist, dass die kämpferischen Reden auf den anschließenden Podien versanden oder zu abstrusen Vorschlägen führen. Redakteure der Sender fühlen sich angegriffen, das Wort «Kulturauftrag» wird tunlichst vermieden.

Juni

Vor zwei Jahren änderte die Motion Picture Academy die Regeln für ihre «Oscar»-Nominierungen: Statt fünf wurden zehn Filme für den Wettbewerb zugelassen, um den Wettbewerb stärker für populäre Filme öffnen und mehr Zuschauer vor die Bildschirme locken. Die Rechnung ging nicht auf: In ihrer Verzweiflung, den «Academy»-Preisen mehr Aufmerksamkeit zu sichern, ändert die Academy ihre Regeln deshalb erneut. Nun heißt es, dass zukünftig zwischen fünf und zehn Filmen für die Hauptkategorie nominiert werden können, aber nur solche, die im ersten Wahlgang mindestens fünf Prozent aller abgegebenen Stimmen für den ersten Platz auf sich vereinen. Kritiker der Akademie überlegen, welche Filme bei der nächsten «Oscar»-Verleihung durch die Statutenänderung am stärksten benachteiligt werden könnten. Wahrscheinlich werden es kleine unabhängige Filme, weil deren Produzenten über zu wenig Geld für entsprechende Werbung und zu wenig Überzeugungskraft bei den Akademiemitgliedern verfügen. Aussichten auf den Preis konnten sich diese Filme bislang unter keinem System machen; aber die bloße Nominierung hat an den Kinokassen oft Wunder bewirkt.

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Max Zähle (33) von der Hamburg Media School gewinnt am 11.6. «Bronze» bei den Studenten-«Oscars» für sein deutsch-indisches Adoptionsdrama RAJU und damit die Aufmerksamkeit, die der talentierte Nachwuchsregisseur verdient. Der Kurzfilm erzählt von Jan (Wotan Wilke Möhring) und Sarah (Julia Richter), die vier Tage in Kalkutta verbringen, um sich mit dem achtjährigen Raju anzufreunden, den ihnen ein Waisenhaus als Adoptionskind vermittelt hat. Alles geht gut, bis Raju plötzlich verschwindet. Nach mühsamer Suche finden sie ihn in der Kartei einer Organisation, die nach verschleppten Kindern fahndet. In 24 Minuten setzt Zähle das moralische Dilemma in eindrucksvolle Bilder um, charakterisiert Jan und Sarah differenziert, die unterschiedliche Vorstellungen von der Adoption haben, und hält dabei stets die Geschichte mit einfachen Mitteln, aber einem prägnanten Rhythmus spannend.

Zum siebten Mal findet auf der Parkinsel bei Ludwigshafen das «Festival des deutschen Films» (16.–26.6.) statt, eine Leistungsschau, die sich großer Beliebtheit erfreut. Das Programm lockt 39.000 Besucher auf die Rheininsel; die Kehrseite dieses Erfolgs ist, dass der Event-Charakter der Veranstaltung deutschen Filmen im Kino das Wasser abgraben könnte. So hat Ulrich Köhlers SCHLAFKRANKHEIT zur Zeit des Festivals seinen Bundesstart, wird von den Kinobesitzern der Rhein-Neckar-Region aber kaum terminiert – zu groß ist die Festival-Konkurrenz. Der Transfer zwischen Event- und alltäglicher Filmkultur scheint nicht mehr zu funktionieren. In viel stärkerem Maß als bei einem «normalen» Kinobesuch ist ein Besuch auf der Parkinsel ein soziales Statement: Allein durch die Anwesenheit tut man im Kreis vieler Gleichgesinnter etwas für den anspruchsvolleren deutschen Film, widmet sich aufmerksam schwierigen und spröden Filmen. Allen Unkenrufen zum Trotz ist Ludwigshafen ein gelungener Beitrag zur deutschen Filmkultur.

Menschen, die aus ihrem Leben, ihren sozialen oder familiären Bindungen ausbrechen, ohne irgendwo anders anzukommen. Figuren von seltsam trotziger Müdigkeit und Lethargie, die irgendwie und irgendwann in einen Lebensentwurf hineingeraten sind, der ihnen nun die Luft abschnürt. Ein schweigsamer 19-jähriger Rekrut, der sich von der Truppe entfernt und sich im Bungalow seiner abwesenden Eltern in der hessischen Provinz verschanzt (BUNGALOW). Eine Ärztin, wortkarg und unzufrieden, die mit Mann und Tochter von Berlin nach Kassel zieht, um sich in einem abgelegenen Haus am Waldrand «neu einzurichten» (MONTAG KOMMEN DIE FENSTER). Und nun: SCHLAFKRANKHEIT (Start: 23.6.). Ein Entwicklungshelfer und Arzt, der seit fünf Jahren in Kamerun ein Projekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit betreut und nun vor seiner Rückkehr nach Deutschland steht. Seine Frau fliegt mit der Tochter einige Tage früher zurück; in einem nächtlichen Telefonat mit ihr fragt Ebbo, ob es denn nicht ausreiche, dass er sich auf sie freue. Ein rhetorisch gemeinte Frage, doch die Antwort, die man sich als Zuschauer gibt, lautet klar: Nein, es reicht nicht. Wo sollte dieser Ebbo denn hin? Zurück in jenes «ordentliche», pittoresk gelegene Wetzlar in Mittelhessen, womöglich in eines dieser arrivierten, aber unbehausten Provinzhäuser mit Steilhanglage à la BUNGALOW? Oder gar in jenes Waldhaus, das am Montag neue Fenster bekommt? Dorthin, wo alles «eingerichtet» ist, sicher und saturiert, getragen von Wohlstand und dem Geist von «New Economy»? Ebbo sieht darin offensichtlich kein Ziel, vielleicht scheint er deshalb so antriebslos. Doch bietet ihm Afrika eine Perspektive? Nur ausschnitthaft, oft tatsächlich nur im Lichtkegel einer Lampe, offenbart sich das zentralafrikanische Land fern vom jedem Foto-Exotismus als unübersichtlicher Raum: zunächst als diffuser urbaner Kosmos, in dem die Residenten gut bewacht hinter Zäunen leben, später als Urwald und unterschwellig bedrohliches Dickicht. Die Schlafkrankheit, jene Epidemie, die nicht zuletzt durch Ebbos Arbeit eingedämmt zu sein scheint und für deren Bekämpfung immer noch hohe Geldmittel ins Land fließen, wird zum Struktur gebenden Sinnbild des Films, der wie sie in drei (paritätisch exakt gedrittelten) Stadien verläuft: Nach der «Infektion» kommt es zu heftigen Symptomen, bevor im zweiten Stadium das Nervensystem angegriffen wird und Verwirrtheit, Koordinations- und Schlafstörungen auftreten, bis es im Endstadium zu jenem Dämmerzustand kommt, der der Krankheit bzw. dem Film den Namen gegeben hat.

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Juli

Mit EN GARDE (2004) von Ayse Polat machte Maria Kwiatkowsky nachhaltig auf sich aufmerksam: In dem Kinofilm um zwei junge Frauen in einem katholischen Erziehungsheim spielte sie feinnervig und intensiv eine gehemmte, verschüchterte, sich ungeliebt fühlende junge Frau, die sich zwanghaft auf ihr eigenes Unglück zubewegt, wofür sie beim Festival in Locarno als Beste Darstellerin geehrt wurde. 2005 folgt der Fernsehfilm LIEBE AMELIE von Maris Pfeiffer, in dem die gerade mal 19-Jährige eine junge Frau in einer schweren Daseinskrise mit Depressionen und Selbstmordabsichten interpretierte und damit ebenso berührte wie als Magersüchtige in BLOCH: BAUCHGEFÜHL (2008) von Franziska Meletzky, als sie intensiv das Krankheitsbild mit allen Abgründen zwischen Lebensgier, Selbstbetrug und tiefer Hilflosigkeit auslotete. Dabei mochte Maria Kwiatkowsky (geb. 23.4.1985), die seit 2010 festes Ensemble-Mitglied an der Berliner Volksbühne war, in ihre fragilen, stets Grenzen auslotende Charakterstudien eigene Lebenserfahrungen eingebracht haben, vor allem nachdem sie 2006 zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, als sie aus «privater und beruflicher Frustration» eine Berliner Kindertagesstätte angezündet hatte. Bald sollten die Dreharbeiten zu einem neuen Kinofilm (DIE ERFINDUNG DER LIEBE von Lola Randl) beginnen, doch am 4.7. stirbt Maria Kwiatkowsky, eines der verheißungsvollsten Talente, 26-jährig in Berlin.

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Gegen Ende, wenn fast alles vorüber ist, steht der langmähnige, grimmige, mit den Jahren immer wirrer und skurriler gewordene Hausmeister Argus Filch ratlos inmitten der Trümmer von Hogwarts. Gedankenverloren hebt er einen Stein hoch, bevor er mit anrührend hilfloser Geste aufzuräumen beginnt – und fegt den Schutt der Zaubereischule zusammen, als könne man nach all dem Verderben, das der schwarze Magier Voldemort über den Ort und seine Bewohner gebracht hat, schnellstmöglich zur Tagesordnung übergehen. Es sind solche kleinen visuellen Einfälle am Rande, mit denen der abschließende Film der «Harry Potter»-Saga gegenüber der (über-)mächtigen literarischen Vorlage eigene Akzente zu setzen weiß und beim (eingeweihten) Zuschauer behutsam Assoziationsketten auszulösen vermag: Erinnerungen an glücklichere Zeiten, etwa an die erste nächtliche Begegnung mit Hogwarts vor vielen Jahren, an jene mächtige Festung, in deren Innerem sich ein wahrer Kosmos an skurrilen Orten, Gängen, Labyrinthen und geheimen Kammern entfaltet, oder an den magischen Glanz des großen Schulsaals, der von schwebenden Kerzen beleuchtet wurde, während die Zauberschüler bei üppigsten Mahlzeiten von Wärme, Geborgenheit und unbekümmerter Lebensfreude «umsorgt» wurden; jener opulente Saal, in dem auch das Trimagische Turnier seinen Anfang nahm und Albus Dumbledore mit Güte und Verständnis «regierte», bevor er von den hasserfüllten, zu Totalitarismus, Ausgrenzung und physischer Gewalt greifenden Handlangern des «dunklen Lords» quasi in den Untergrund verdrängt wurde. All dies und noch viel mehr mag unausgesprochen mitschwingen, wenn es nun zum großen Finale kommt und lieb gewonnene Personen sterben, wenn Liebe und Toleranz, die schönen Künste, die Fantasie, Sinnes- und Fabulierfreude endgültig auf der Strecke zu bleiben drohen, während Voldemort mit dem (scheinbar) toten Harry Potter in Hogwarts einmarschiert und mit einer einzigen Bewegung seines Arms alles zur Seite schiebt – selbst den toten Körper eines mächtigen Riesen, der schnöde in den Abgrund vor dem Schloss geschoben wird. Der zweite Teil von HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES (Start: 14.7.) ist das erwartet düstere Ende der Saga und ein rundum (glaub-)würdiger Abschluss des Filmzyklus, der seine Qualitäten vielleicht erst in der Gesamtschau beider Teile als 270-minütiger «Monumentalfilm» offenbart. Tatsächlich: Am Ende ist alles gut, und man kann recht zufrieden zum Deluminator greifen, um nach elf Jahren und sieben Teilen die Lichter zu löschen.

Zum ersten Mal wird in Berlin das Gesamtwerk von Charles Chaplin präsentiert: Aus Anlass der 80. Wiederkehr seines Berlin-Besuchs 1931 zeigt BERLIN-BABYLON #2 – Das StummfilmLIVEfestival alle 80 Filme Chaplins (15.7.–7.8. im Babylon). In Zusammenarbeit mit dem Festival «Il Cinema Ritrovato», Bologna, sowie der Association Chaplin, Paris, kommen alle Filmklassiker Chaplins, entstanden zwischen 1914 und 1967, auf die Leinwand, wobei die abendfüllenden Langfilme mit der von Chaplin komponierten Originalmusik in orchestraler Live-Begleitung aufgeführt werden. Begleitet von internationalen Stummfilmpianisten, sind die Kurzfilme in 90-minütigen Programmen zu sehen. Ergänzt wird die Werkschau mit einem Begleitprogramm sowie einer Foyer-Ausstellung zu Chaplins Berlin-Besuch: Am 9.3.1931 war Chaplin auf seiner Europa-Reise in Berlin eingetroffen, um für CITY LIGHTS zu werben, und wurde stürmisch gefeiert.

Der zypriotisch-griechische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Michael Cacoyannis wird oft mit einem einzigen Film in Verbindung gebracht: ALEXIS SORBAS (1964), eine Art neorealistischer Hollywood-Film in archaischen Schwarz-Weiß-Bildern. Dagegen hatten andere Arbeiten kaum eine Chance, etwa die Satire DER TAG, AN DEM DIE FISCHE KAMEN (1967) über die ausgelassene Atmosphäre der swingenden 1960er-Jahre. Cacoyannis’ freie Adaption des Euripides-Dramas ELEKTRA (1962), nahm, was Landschaft und Musik angeht, bereits einiges von ALEXIS SORBAS vorweg. Die «Traumfabrik» ließ dem Regisseur dafür weitgehend freie Hand, der Lohn dafür waren sensationelle Einspielergebnisse und drei «Oscars». Cacoyannis, der das griechische Kino international etablierte, stirbt am 25.7. mit 89 Jahren in Athen.

August

Das MEDIA-Programm der EU veröffentlicht einen ersten Aufruf zur Unterstützung der Digitalisierung von Kinos: Kinos, die im Jahr 2010 mindestens 50 Prozent europäische Filme gezeigt haben (wenigstens 30 Prozent davon nicht-nationale), können von dieser Förderung profitieren. Der Zuschuss deckt Kosten ab, die im Zusammenhang mit dem Umstieg europäischer Filmtheater auf die Digitaltechnik entstehen; davon ausgenommen sind die Kosten für den Digitalprojektor und den Server. Antragstellende Kinos müssen Erstaufführungskinos sein, seit mindestens drei Jahren existieren, über wenigstens 70 Sitzplätze verfügen, 520 Aufführungen pro Jahr durchführen und in den letzten zwölf Monaten mehr als 20 000 Zuschauer gehabt haben. Bereits seit Mai 2010 fördert die Film- und Medienstiftung NRW die Kinodigitalisierung und unterstützte im letzten Jahr 18 Kinos mit insgesamt 500 000 Euro. Die Stiftung will «das Kino als Rezeptionsort für den Film erhalten und stärken», so Geschäftsführerin Petra Müller. «Damit auch kleinere Kinos mit einem guten Programm weiterhin ihren Besuchern das Erlebnis Film in zeitgemäßer technischer Qualität bieten können, ist die Unterstützung dringend notwendig.» Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss für Kinos, die maximal sechs Säle haben.

Während der langen Umbauphase prangte auf der Fassade des Deutschen Filmmuseums